19. Juni 2022 | von Katja Gerstmeyr

Am vergangenen Wochenende stand bei den Regio-Damen des TSV der krönende Saisonabschluss bevor. Gegen den TS Jahn München spielten die Nördlingerinnen im Finale um die RLSO-Meisterschaft. Vor zahlreichen Zuschauern konnten die Gastgeberinnen zeigen, dass sie die ganze Saison auf diese Partie hingearbeitet hatten und alles dafür geben würden den Meister-Titel vor heimischem Publikum zu sichern.

Wie erwartet entwickelte sich bei bester Stimmung ein von Anfang bis Ende spannendes und ausgeglichenes Finale, in dem es keine einzige zweistellige Führung gab. Von Beginn an war den beiden Mannschaften die Bedeutung der Partie bewusst und man konnte die Anspannung in der Halle spüren. Entsprechend nervös gestaltete sich der Start ins Spiel. Die Rieserinnen glänzten durch eine gute Verteidigungsarbeit, mussten aber auch einige Ballverluste hinnehmen. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und präsentierten einen finalwürdigen Einsatz. Allen voran Isabella Schenk und Kapitänin Louisa Mussgnug kämpften um jeden Ball und sammelten einige Steals. Die ausgezeichnete Teamleistung schlug sich bereits im ersten Viertel in der Punkteverteilung nieder. Beim Spielstand von 17:13 hatten sich bereits sieben Spielerinnen in die Scorerliste eingetragen.

Auch der zweite Spielabschnitt gestaltete sich zunächst ausgeglichen. Die Schiedsrichter griffen nur wenig ins Spiel ein und ermöglichten damit einen schnellen Spielfluss, bei dem die beiden Teams auf Augenhöhe agierten. Durch die Umstellung der Münchner Verteidigung auf eine Zonendeckung, stellten sie die Heimmannschaft vor größere Probleme. Vom Wurfpech verfolgt gelang den Nördlingerinnen nur noch wenig und die Gäste übernahmen pünktlich zur Halbzeitpause mit 28:33 die Führung.

Nach dem Seitenwechsel war die Ausbeute von der Dreierlinie zunächst weiterhin überschaubar und es schlichen sich einige kleine Fehler ein. Als die Münchnerinnen den Vorsprung auf neun Punkte erhöhten, drohten die Nördlingerinnen immer weiter ins Hintertreffen zu geraten. Genau zum richtigen Zeitpunkt läutete Laura Geiselsöder dann die Wende ein. Sie bewies eine ausgezeichnete Spielübersicht, verteilte einige Assists und konnte durch ihren Dreier mit Bonusfreiwurf gleich vier Punkte in einem Angriff besteuern. Da nun endlich die Dreipunktwürfe aller Spielerinnen fielen, konnte der Rückstand wieder aufgeholt werden. Unter den Anfeuerungsrufen der Zuschauer und dank einer sensationellen Stimmung in der Halle erkämpften sich die Schwaben immer wieder den Ball. Kurz vor Viertelende konnte sogar die Führung übernommen werden. Beim Stand von 52:48 ging es in den entscheidenden Spielabschnitt.

Auch im letzten Viertel blieb es bis zuletzt spannend. Beide Teams verteidigten aggressiv und es fielen nur wenige Körbe. Zwar konnten die Nördlingerinnen die Führung sogar auf acht Punkte ausbauen, die Gäste konterten jedoch mit einem Dreipunktwurf und blieben weiter dran. Die Heimmanschaft wurde nun vor allem durch Top-Scorerin Mona Berlitz im Spiel gehalten. Sie brachte es mit elf Rebounds sogar zu einem Double-Double und erzielte die Hälfte der Punkte im letzten Viertel. Dennoch gelang es den Münchnerinnen drei Minuten vor Ende auf zwei Punkte heranzukommen. Ein lupenreiner Dreier von Pauline Steinmeyer, die eine hervorragende Trefferquote präsentierte, verschaffte den Rieserinnen wieder etwas Luft. Kurz vor Ende legten allerdings auch die Oberbayern nochmal nach und verkürzten wiederum auf zwei Zähler. Die letzte Minute konnten die Nördlingerinnen schließlich ohne weitere Körbe herunterspielen und den Stand von 69:67 über die Zeit retten.

Nach einer konstanten Saison und einem ebenso tragischen wie mitreisenden Halbfinale sind die Regio-Damen an ihrem Ziel angelangt und holen den Meistertitel nach 2016 wieder ins Ries. So lange die Saison auch war hat sich das Durchhalten am Ende gelohnt und das Team um Trainer Tony Imreh kann die verdiente Meisterschaft gebührend feiern.

Für den Regio-Meister spielten: I. Schenk (6/1 Dreier/3 Steals), P. Steinmeyer (9/2/3 Steals), B. Helmig (2/3 Assists), L. Mussgnug (5/1/6 Rebounds), L. Graf, M. Berlitz (23/11 Rebounds/3 Steals), S. Keller (3/1), M. Modrzik, P. Wittig, K. Gerstmeyr (9/12 Rebounds/3 Assists), L. Geiselsöder (12/1/6 Rebounds/4 Assists), S. Nebrich